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FAQ

1. Warum können die Linden nicht erhalten bleiben?

Die Linden sind krank und abgängig. Aus Sicherheitsgründen müssen sie voraussichtlich in den nächsten 5 bis 10 Jahren gefällt werden.

Erste Vitalitätsschäden an einigen Bäumen an der Untertrave wurden bereits im Jahr 2010 im Baumkataster dokumentiert. Mit den ersten Planungsfortschreibungen 2012 wurde vom Bereich Stadtgrün und Verkehr und dem städtischen Baumgutachter intern darauf hingewiesen, dass die Standortbedingungen der Linden an der Untertrave nicht optimal sind und ein Großteil der Linden in den nächsten Jahren aufgrund der bereits dokumentierten Vitalitätsschäden abgängig sein werden.

Im Rahmen des Antrags auf Fällgenehmigung Anfang 2016 wurde mit dem Bereich Naturschutz abgestimmt, dass man im Sinne der Baumsschutzsatzung jeden Baum begutachten sollte. Dieses Gutachten wurde aus Zeitgründen und um eine zweite Meinung einzuholen an einen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Baumbewertung vergeben. Dieser Sachverständige kommt zu dem gleichen Ergebnis wie der städtische Baumgutachter.

Nach Aussage der Fachbehörde ist die Mehrzahl der Linden an der Untertrave in einem Zeitraum über die nächsten 10 Jahre abgängig und würden je nach Schadensbild sukzessive gefällt und ersetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, die Bäume im Zuge dieser geförderten Maßnahme, zu ersetzen und ihnen von vorne herein ideale Standortbedingungen zu schaffen. Die derzeitigen Standortbedingungen können nicht in einem Umfang verbessert werden, der bei einer Neugestaltung umgesetzt werden kann.

2. Linden werden 1000 Jahre alt – wieso nicht die Linden an der Untertrave?

Die Linden an der Untertrave sind Straßenbäume und einer extrem hohen Belastung ausgesetzt. Außerdem wurde sie in einem sehr kleinen „Beet" gepflanzt. Straßenbäume an befahrenen Straßen werden durchschnittlich 70 bis maximal 100 Jahre alt.

Linden auf der Wiese hingegen können sich optimal entwickeln und tatsächlich sehr alt werden.

3. Werden neue Bäume an der Untertrave gepflanzt?

Ja - die 48 Linden werden durch 60 neue Bäume ersetzt.

4. Wie lange dauert es, bis die neuen Bäume groß und schön sind?

Zum Vergleich: die Obertrave wurde 2007 fertig gestellt. Die neuen Bäume hier sind bereits heute prächtiger als die Linden an der Untertrave. Es werden ca. 10 Jahre alte Bäume mit einem entsprechenden Stammumfang gepflanzt.

5. Stimmt es, dass das Baumgutachten ein Gefälligkeitsgutachten ist?

Nein. Das Gutachten wurde von einem öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Baumpflege, - sanierung und -bewertung erstellt. Kein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger gefährdet seinen Ruf und womöglich seine Zulassung durch ein Gefälligkeitsgutachten.

6. 2003 mussten die Linden noch erhalten bleiben - wie lange weiß man denn schon, dass die Linden krank und abgängig sind?

2010 wurden erste Vitalitätsschäden an einigen Bäumen an der Untertrave festgestellt.

Erste Vitalitätsschäden an einigen Bäumen an der Untertrave wurden bereits im Jahr 2010 im Baumkataster dokumentiert. Mit den ersten Planungsfortschreibungen 2012 wurde vom Bereich Stadtgrün und Verkehr und dem städtischen Baumgutachter intern darauf hingewiesen, dass die Standortbedingungen der Linden an der Untertrave nicht optimal sind und ein Großteil der Linden in den nächsten Jahren aufgrund er bereits dokumentierten Vitalitätsschäden abgängig sein werden.

7. Stimmt es, dass Wettbewerbsergebnis 2003 die Bestandslinden zeigt?

Nein, die Entwurfsverfasser haben eine Lindenreihe gezeichnet, die so weit verschoben ist, dass eine großzügige Promenade am Wasser möglich ist.

Es ist richtig, dass die Auslobung zum städtebaulichen Wettbewerb 2003 zur damaligen Zeit die Bestandsbäume für erhaltenswert einstuft.

Es liegt jedoch bei jedem architektonischen oder freiraumplanerischen Wettbewerb im Ermessen der Entwurfsverfasser das Risiko einzugehen, sich an die Vorgaben zu halten oder gerade durch Missachtung besonders gute Ergebnisse zu erzielen.

Der prämierte Entwurf zeigt an der Untertrave eine Lindenreihe, die nicht deckungsgleich mit der Bestandslindenreihe ist. Kernaussage des Entwurfs ist ein großzügiges Promenadenband an der Wasserkante, das nur durch ein Abrücken der Lindenreihe möglich ist.

8. Warum ist eine hochwertige Umgestaltung unter Erhalt der Linden nicht möglich?

Unter Bestandsbäumen dürfen keine Pflasterarbeiten durchgeführt werden. Eine Umgestaltung der Untertrave mit Kies oder Sandflächen ist am Stadteingang zwischen Holstentor und UNESCO-Welterbe weder stadtgestalterisch hochwertig noch barrierefrei.

Nach Aussage der Naturschutzbehörde dürften im Kronentraufbereich zuzüglich eine 1,50m breiten Zugabe keinerlei Bautätigkeiten durchgeführt werden. Damit kann im Bereich zwischen Hafenkante und Fahrbahn bei Baumerhalt auf einer Breite von 8 bis 11m kein Pflaster verlegt werden. Der Unterbau unter dem Pflaster beträgt mindestens 40 cm und damit im heutigen Wurzeln. Das hieße, die Fläche zwischen der Kaikante und der heutigen Straße müsste ohne Pflaster gestaltet werden. Doch selbst eine Ausführung mit einer Kiesfläche muss verdichtet werden. Dies schadet dem ohnehin schwach ausgebildeten Wurzelwerk. So führen jegliche Standortveränderungen bei diesen Bäumen zu ihrem verfrühten Absterben.

Eine Neugestaltung unter Erhalt der Bäume würde nicht die Vorgaben der Barrierefreiheit erfüllen. Ein ebener Weg wäre dann nur direkt angrenzend an die Straße möglich. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen könnten die attraktiven Flächen am Wasser nicht nutzen.

Bilderläuterung: Untertrave mit eingemessenen Bestandslinden und deren Kronendurchmesser (rot) Im Kronentraufbereich dürfen KEINE baulichen Tätigkeiten durchgeführt werden. Lediglich die grün markierten Flächen könnten gepflastert werden. Der dunkelgrüne Bereich wäre der einzig mögliche barrierefreie Weg.

Bilderläuterung: Untertrave mit eingemessenen Bestandslinden und deren Kronendurchmesser (rot) Im Kronentraufbereich dürfen KEINE baulichen Tätigkeiten durchgeführt werden. Lediglich die grün markierten Flächen könnten gepflastert werden. Der dunkelgrüne Bereich wäre der einzig mögliche barrierefreie Weg.

9. Stimmt es, dass bei Erhalt der Linden der Umbau sofort starten kann und auch bis 2018 fertig wäre?

Nein – beim Erhalt der Linden müssten neue Förderanträge gestellt und durch das Innenministerium und das Gebäudemanagement Schleswig-Holstein geprüft werden. Das bedeutet einen Zeitverzug von mindestens 9 Monaten

Jede größere Planänderung verursacht einen erneuten Planungs- und Abstimmungsprozeß von mehreren Monaten. Die Förderanträge müssten neu aufgestellt, eingereicht und vom Fördergeber geprüft werden. Eine fördertechnische Prüfung dauert in der Regel min. 3 Monate. Der Baubeginn würde sich 6 bis 9 Monate verschieben. Eine vom Fördergeber geforderte Fertigstellung bis 2018 kann damit für diese umfangreiche Maßnahme nicht mehr eingehalten werden. Die jahresweise festgesetzten und abzurufenden Fördermittel für 2016 entfallen, da sie ohne positiven Förderbescheid nicht abgerufen werden können.

10. Kann die Förderung jedes Jahr beantragt werden?

Nein, die Förderung in dieser Zusammensetzung und in dieser Höhe ist einmalig. Eine zweite Chance gibt es nicht.

Die Förderung setzt sich aus drei unterschiedlichen Förderprogrammen unterschiedlicher Fördergeber zusammen. In einem langen Abstimmungsprozeß wurden die einzelnen Förderrungen so zusammengesetzt, dass sie sich optimal ergänzen und den Lübecker Haushalt maximal entlasten. So konnten beispielsweise die Förderung von 3,4 Mio. € aus dem Sonderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ im Finanzplan der Förderung aus dem Landesprogramm Wirtschaft (LPW-EFRE) als Eigenmittel der Hansestadt Lübeck angerechnet werden.

Das Sonderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ wurde mit dem hier greifenden Förderziel bislang lediglich in den Jahren 2014 und 2015 ausgerufen.

11. Gibt es auch Förderung bei Erhalt der Linden?

Nein – solange alle Gutachten bestätigen, dass die Bäume in naher Zukunft gefällt werden müssen, wird nicht gefördert. Das wäre auch wirtschaftlich nicht nachvollziehbar.

Die Förderbedingungen aus dem Sonderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ bedingen ein Prämiumprojekt mit hohen städtebaulichen Qualitäten. Ziel ist die Inwertsetzung des Stadteingangs zum UNESCO-Welterbe „Lübecker Altstadt“ analog zu der bereits erfolgten Umgestaltung der Obetrave. Grundlage bildet der Wettbewerbsentwurf aus 2003.

Ohne die Umgestaltung der Promenade in der bislang geplanten hohen städtebaulichen und gestalterischen Qualität ist nicht von ausreichenden wirtschaftlichen Effekten des Projekts auszugehen, die eine Förderung im Landesprogramm Wirtschaft rechtfertigen würde. Zudem wäre für ein Projekt „An der Untertrave“, dass die Promenade nicht enthält, ein Ableitbarkeit aus dem ISEK der Hansestadt Lübeck nicht mehr gegeben. Im ISEK ist für das Projekt festgehalten: „Umgestaltung entsprechend dem Vorbild der Obertrave mit verbesserten Aufenthaltsqualitäten gemäß Wettbewerb 2003 und Einrichtung von Treff- und Verweilmöglichkeiten. Umgestaltung zu einer die Trave und die Altstadt verbindenden Uferpromenade mit maritimen Charakter.“ Ohne eine unmittelbare Ableitbarkeit des Projekts aus dem ISEK der Hansestadt Lübeck ist eine Förderung aus Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft ausgeschlossen.

Eine entsprechend ablehnende Stellungnahme des Ministeriums für Inneres und Bundesangelegenheiten Schleswig-Holstein liegt vor.

12. Kann Lübeck die Fördergelder nicht sinnvoller ausgeben?

Nein – die Fördergelder sind an das Projekt gebunden. Wird das Projekt nicht umgesetzt, erhalten andere Kommune die Fördergelder (für ähnliche Projekte).

Wesentlicher Bestandteil der Finanzierung des Projekts „An der Untertrave“ ist eine Förderung im Förderbereich Nachhaltige Stadtentwicklung des Landesprogramms Wirtschaft. In diesem Förderprogramm werden Projekte hoher städtebaulicher und gestalterischer Qualität gefördert, die geeignet sind, Räume mit Nutzungs- und Gestaltungsdefiziten wiederzubeleben und aufzuwerten und mit denen die Nutzungsqualität dieser Räume nachhaltig verbessert wird. Das zu fördernde Projekt muss sich unmittelbar aus einem gesamtstädtischen integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ableiten. Für die Bewertung der Förderungswürdigkeit und für die Auswahl der Förderprojekte sind das jeweilige Maß der vorliegenden Gestaltungs- und Nutzungsdefizite sowie die aus dem jeweiligen Projekt zu erwartenden stadtentwicklungspolitischen Effekte maßgebliche Kriterien. Dabei kommen den wirtschaftlichen Effekten eine besondere Bedeutung zu.

13. Ist der Erhalt nicht sogar kostengünstiger?

Der Erhalt ist für die Hansestadt Lübeck nicht kostengünstiger, da die Förderung entfällt und damit die fehlenden Mittel aus dem Haushalt bezahlt werden müssen..

14. Warum ist ein barrierefreier Umbau mit den Bestandslinden nicht möglich?

Dafür gibt es zwei Gründe:

1. unter Bestandsbäumen dürfen keine Pflasterarbeiten durchgeführt werden. Eine Umgestaltung der Untertrave mit Kies oder Sandflächen ist nicht barrierefrei.
2. Die Höhenunterschiede zwischen Bestandsbäumen und der Kaikante sind so groß, dass sie nach der zugehörigen DIN nicht der Barrierefreiheit entsprechen.

Nach Aussage der Naturschutzbehörde dürften im Kronentraufbereich zuzüglich eine 1,50m breiten Zugabe keinerlei Bautätigkeiten durchgeführt werden. Damit kann im Bereich zwischen Hafenkante und Fahrbahn bei Baumerhalt auf einer Breite von 8 bis 11m kein Pflaster verlegt werden. Der Unterbau unter dem Pflaster beträgt mindestens 40 cm und damit im heutigen Wurzeln. Das hieße, die Fläche zwischen der Kaikante und der heutigen Straße müsste ohne Pflaster gestaltet werden. Doch selbst eine Ausführung mit einer Kiesfläche muss verdichtet werden. Dies schadet dem ohnehin schwach ausgebildeten Wurzelwerk. So führen jegliche Standortveränderungen bei diesen Bäumen zu ihrem verfrühten Absterben.

Eine Neugestaltung unter Erhalt der Bäume würde nicht die Vorgaben der Barrierefreiheit erfüllen. Ein ebener Weg wäre dann nur direkt angrenzend an die Straße möglich. Menschen mit Mobilitätseinschränkungen könnten die attraktiven Flächen am Wasser nicht nutzen.

15. Ist die Barrierefreiheit ein Förderkriterium?

Ja - Barrierefreiheit ist zwar keine Förderbedingung, besteht aber keine Barrierefreiheit fehlt eine wichtige Voraussetzung zur Förderung.

Bestandteil des Förderantrags aus dem Landesprogramm Wirtschaft (LPW-EFRE) war eine Stellungnahme der Behindertenvertretung der Hansestadt Lübeck. Die Planung wurde in mehreren Abstimmungsrunden mit der Behindertenvertretung besprochen und nach mehreren Korrekturen frei gegeben.